Der Moment im Meeting, in dem das bessere Argument stärker ist als die Hierarchie – Führungskommunikation im Top-Management

Der Moment im Meeting, in dem das bessere Argument stärker ist als die Hierarchie


In vielen Besprechungen gibt es einen Moment, den man leicht übersehen könnte.

Jemand sagt etwas, leise, vielleicht zögerlich, und plötzlich wird es still. Alle merken, in diesem Satz steckt viel mehr als in den vielen davor.

Der Philosoph Jürgen Habermas hat genau diese Momente beschrieben. Gespräche werden dann interessant, wenn Menschen nicht nur gewinnen wollen, sondern versuchen zu verstehen, ob das, was gesagt wird, wirklich trägt.

Man hört zu und fragt sich, ob man den anderen versteht, ob das Gesagte stimmt, ob derjenige es wirklich so meint und ob es zu dem passt, worauf man sich gemeinsam verlassen will.

Wenn einer dieser Punkte wackelt, beginnt das eigentliche Gespräch. 

Habermas hat dafür einen schönen Ausdruck gefunden. Er spricht vom zwanglosen Zwang des besseren Arguments.

Gemeint ist dieser Augenblick, in dem ein Gedanke stärker ist als Rang oder Lautstärke und man spürt, dass man seine eigene Position vielleicht noch einmal prüfen sollte. Starke Organisationen erkennt man daran, dass solche Momente gewünscht sind. 

Das bessere Argument darf stehen bleiben. Wer Größe hat, hält das aus.

Weil Kommunikation ein Führungsinstrument ist.