Es gibt diesen Moment in Transformationsprozessen – den kennen die meisten. Das Quartal läuft, die Zahlen müssen stimmen. Plötzlich wird klar (vor allem nach dem letzten Jahr): Sie stimmen eben nicht.
Die Gespräche werden zunehmend schwerer …
„Wir müssen den Gürtel enger schnallen.“
„Wir müssen jetzt liefern.“
„Wir müssen effizienter werden.“
„Wir müssen … müssen … müssen … wir müssen da jetzt durch.“
Ich verstehe, woher das kommt. Der Druck braucht ein Ventil, die Botschaft ist: JETZT muss das umgesetzt werden. Doch diese Sprache erzeugt selten die gewünschte Wirkung – sie erzeugt nur mehr Druck.
Wie kann Kommunikation das aufbrechen?
Problemsprache schafft Probleme, Lösungssprache schafft Lösungen.
Ein Wandel der Sprache bewirkt so viel mehr, als viele erwarten. Das erlebe ich fast täglich. Wenn aus „wir müssen“ eine Frage wird: „Wenn es uns gelingt, wie sieht das dann konkret aus? Was ist dann anders?“, dann kippt etwas. Weg vom Defizit, hin zu Möglichkeiten. Diese scheinbar kleine Verschiebung wirkt größer, als sie klingt. Sie lenkt Aufmerksamkeit dorthin, wo Bewegung möglich ist. Die Handlungsfähigkeit kehrt zurück, Menschen denken wieder mit.
Zuversicht, so erlebe ich es immer wieder, ist kein Gefühl. Sie ist eine Blickrichtung, die positive Veränderungsenergie freisetzt.
Weil Kommunikation ein Führungsinstrument ist. Herzlichst, Ihre Friederike von Mirbach