Der Online-Dialog ist im Wandel – auch nach Corona

Ich bin seit Jahren in einem Umfeld tätig, in dem Kommunikation herausragend wichtig ist. In jedem Aspekt des Lebens funktioniert alles besser, wenn wir gezielt und lösungsfokussiert miteinander kommunizieren. Was ich dabei seit einigen Wochen beobachte – seit sich die Welt im Corona-Schock befindet – ist, wie sehr sich die Kommunikation wandelt. Und ich habe darüber nachgedacht, wie sie sich in Zukunft weiter verändern muss, wenn wir verstärkt virtuelle Tools für die Kommunikation nutzen werden.

Allein im April moderiere ich 35 Webinare, gebe Coachings und nutze sie alle mit Videotools. Was mir dabei auffällt, ist, dass die meisten Menschen zunächst an diesem Medium zweifeln. “Ich weiß ja nicht so recht, ob das so gut funktioniert…” oder “Das ist bestimmt OK, aber persönlich sind ihre Seminare bestimmt 1.000 mal besser” sind zwei der Beispiele, so der Tenor.

Nähe entsteht durch die Art der Kommunikation

Jetzt das positive Feedback: Nach den Online-Veranstaltungen sind sämtliche Teilnehmer begeistert. Warum? Weil es auch virtuell möglich ist, mit den Menschen zielführend zu interagieren. Sie fühlen sich integriert, direkter eingebunden, wenn auch die positiven Aspekte der menschlichen Nähe virtuell nicht ersetzt werden können. Obwohl ich schon lange Online-Seminare gebe und coache, erlebe ich in den letzten Wochen eine Sache immer mehr:

Sie können trotz Distanz Nähe herstellen!

Es kommt nicht darauf an, welches Medium Sie als Manager oder Führungskraft nutzen, die in diesen Zeiten ihre Mitarbeiter durch die Krise führen. Es geht darum, beziehungsorientierte Interaktionen zu schaffen. Immer wieder in den Dialog gehen – jetzt noch stärker, als im Büro. Denn die Stärke, den Mut und die Ausdauer diese Krise zu bewältigen, vermittelt nur, wer seine Mitarbeiter persönlich erreicht. Und zwar in erster Linie durch seine Stimme, denn die Stimme ist hörbare Körpersprache.

Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen garantiert danken, wenn Sie Ihnen empathisch begegnen und Sprache verstärkt als wichtigstes Kommunikationsmittel nutzen. Und hier ist in Zeiten der zunehmenden virtuellen Dialoge eine Sache essentiell: Nachjustieren! Denn Sprache und Kommunikation funktioniert anders, wenn man die Nuancen seines Gegenübers nur eingeschränkt über einen Bildschirm wahrnimmt. Und teils gar nicht wahrnehmen kann.

Kommunikation ist immer ein Dialog

Werden Sie hier also in Ihrer Ansprache persönlicher, nutzen Sie lösungsfokussierte Sprache. Nehmen Sie sich Zeit. Nur wer selbst entschleunigt ist – kann hinhören. Reden Sie dennoch weiterhin Klartext, denn besonders online ist das mehr als wichtig. Virtuelle Kommunikation erfordert die nötige Kompetenz, die richtige Message mit dem richtigen Ton zu vermitteln. Und vergessen Sie bei all den Worten eines nicht: Sie sollten nicht der einzige sein, der redet!

Es gibt hier ein treffendes Zitat des polnischen Publizisten und Aphoristikers Andrzej Majewski, der mal gesagt hat:

Wenn Reden Silber und Schweigen Gold ist, dann ist Zuhören Platin.

Zuhören will gelernt sein und gerade mitten in der Corona-Krise gibt es vieles, das nicht gehört werden kann: Flurgespräche, Dialoge in der Kantine oder in der Kaffeeküche oder ein kurzer Plausch am Arbeitsplatz. Sie sollten empathische Zuhörkompetenz leben – denn nur Mitarbeiter, die sich gehört fühlen, fühlen sich wertgeschätzt, sicher und sind motiviert. Gehen Sie in den Dialog, fragen Sie Ihre Mitarbeiter, was gerade schlecht, aber auch was gut läuft – wenn jeder für sich allein im Homeoffice sitzt. Nur mit guter Führung kommen wir gut durch diese Krise. Und auch danach ist sie wichtig, damit ihre kostbarste Ressource – ihre Mitarbeiter weiter Spaß an ihrer Arbeit haben.

Werden Sie in Ihrer Ansprache empathisch-konkret

All das kann eine große Umstellung für Sie als Führungskraft sein. Wichtig ist, dass Sie besser hinhören, konkretere Fragen stellen und somit Missverständnisse vermeiden. Der Top-Down-Ansatz ist schon lange kein wirksames Mittel mehr, um ergebnisorientiert mit seinen Mitarbeitern zu kommunizieren. Ich kann gar nicht oft genug betonen, dass man wirklich hinhören sollte. Und zwar ohne, dass ihre Mitarbeiter negative Konsequenzen für ihre Offenheit fürchten müssen. Das verstehe ich unter empathischer Zuhörkompetenz. Genau diese Werte vermittle ich in meinen Seminaren und Coachings und zeige Managern, wie sie empathisch Tacheles reden und gleichzeitig das Feedback ihrer Mitarbeiter umsetzen.

“Klartext und Empathie – eine wunderbare Symbiose.”

Wie gehen Sie mit der jetzigen Situation um? Was ist das Feedback Ihrer Mitarbeiter und Vorgesetzten und wie meistern Sie diese Krise?

Lassen Sie uns diesen Dialog gerne in den Kommentaren unter diesem Beitrag führen! Wenn Sie sich in einer Situation befinden, in der Sie gerade nicht öffentlich auf LinkedIn Ihre Gedanken äußern möchten, dürfen Sie mich selbstverständlich gerne vertraulich mit einer persönlichen Nachricht anschreiben. Ich freue mich auf Ihre Antworten und wünsche Ihnen hohe Empathiekraft für Ihre Workforce.

Herzlichst,

Ihre Friederike von Mirbach