Die Zeiten ändern sich – Führungskräfte müssen sichtbarer werden

In meinen Coachings treffe ich regelmäßig auf Führungskräfte, die immer noch einem alten Mantra folgen: Ich als Chef darf keine Schwäche zeigen und muss stark sein! Glauben Sie mir: Nichts ist heute ferner der Realität. Ein echter Leader darf heute und in Zukunft nicht einfach nur ein Vorgesetzter sein. Ein Verwalter. Jemand, der seine Abteilung oder sein Unternehmen, wie beim Militär führt. Alles hört auf mein Kommando!

Was machen erfolgreiche Führungspersönlichkeiten, wie Mark Zuckerberg, Jeff Bezos oder Elon Musk aus den USA anders, als viele deutsche DAX-Vorstände? Sie verstecken sich nicht im Schatten. Sie sind präsent. In Deutschland gilt das Prinzip „Hidden Champions“. Top Manager sind oft nicht sicht- und greifbar, schreibt auch kürzlich sehr richtig Frank Dopheide, ehemaliger Kreativdirektor und Chairman von Grey und Geschäftsführer beim Handelsblatt.

Ich persönlich habe es mir mit meinen Coachings und Workshops zu einer Art Lebensaufgabe gemacht, an genau diesen beiden Kompetenzen von Führungskräften zu arbeiten: authentische Präsenz 

Ich liebe es, die herausragenden Kompetenzen von Menschen sichtbar zu machen.

Leader müssen in die Öffentlichkeit

Jeder Mensch hat seine eigenen Starqualitäten. Diese sichtbar und für meine Klienten spürbar zu machen, steht im Fokus meiner Coachings und das tue ich aus vollster Überzeugung. Denn der Erfolg meiner intrinsischen Motivation stellt sich erst ein, wenn mein Klient nach einem Coaching deutlich besser wirken als vorher.

Ich nenne Ihnen hier ein Beispiel: Ich hatte in meinem Coaching eine Führungskraft, die ihren Job immer sehr gewissenhaft und akribisch erledigte. Immer an Zahlen interessiert und dahingehend auch mit guten, messbaren Ergebnissen. Dennoch wunderte sie sich, dass ihr die Mitarbeiter nicht motiviert folgten. Sie interessierte sich nicht für Zwischenmenschlichkeit. Die Persönlichkeit hinter ihrer Position war einfach nicht sichtbar – sie ließ den Menschen nicht durchscheinen. Daher wurden ihre Ideen von ihren Mitarbeitern und Kollegen nicht wahrgenommen. Wie kann man der Vision von jemandem folgen, den man nicht kennt? Wie kann ich dieser Person vertrauen?

Das zeigt auch das Ranking 2020 vom Meinungsforschungsinstitut Forsa. Das hat ermittelt, welchen Institutionen die Deutschen vertrauen. Manager landen dabei mit nur acht Prozent knapp vor den Werbeagenturen mit drei Prozent. Eine davon leitete der Inspirationsgeber für diesen Beitrag, Frank Dopheide. Er stellte bereits vor Jahren fest:

Vertrauen braucht Vertrautheit!

Woran ich mit meinem Klienten oft arbeite, ist, ihre Strahlkraft zu entwickeln – sie einfach sichtbarer zu machen. Besonders jetzt in diesen schwierigen Zeiten sollte der Kapitän des Schiffs sich nicht unter Deck verstecken. Sondern mehr denn je präsent sein.

Auf jeder Bühne, in kurzen Videos an die Belegschaft, auf dem Firmenblog, auf Social Media und vor allem: Mit den richtigen Botschaften. Botschaften, die authentisch sind und sich an die Herzen richten. Und nicht an Bilanzen, KPIs und zu erfüllende Zielvorgaben.

Mehr Präsenz und mehr Wirkung

Es ist schon ein bisschen schizophren, dass die Unternehmen ihre Kommunikations-abteilungen zwar vergrößern. Aber ihre Führungskräfte nach außen wirken, als hätten sie nichts zu sagen. Oder sich nicht trauen. Glauben Sie mir: auch nicht präsent zu sein, sendet eine Botschaft.

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Paul Watzlawick hat mit dieser Aussage vor mehr als 60 Jahren den Nagel auf den Kopf getroffen. Besonders heute, wo jeder mit einer Smartphone-Kamera und ein paar Social Media-Apps seine Präsenz steuern kann. Da ist es wichtig, mit ehrlichen Botschaften präsent zu sein. Präsent für die Öffentlichkeit und präsent für die Mitarbeiter.

Der erste Schritt für Sie ist also der in die Öffentlichkeit. Das klingt manchmal einfach, ist es aber oft nicht und doch die halbe Miete. Wichtig ist, dass Sie diesen ersten Schritt wagen, Ihre Präsenz erhöhen und Außenwirkung nach und nach justieren. Das geht nur mit Coaching, Übung, Praxis und den richtigen Botschaften. “Just do it”. Aber bitte mit Vorbereitung. Jeder exzellente Auftritt setzt eine exzellente Vorbereitung voraus.

In meinem nächsten Beitrag möchte ich auf ein anschließendes Thema eingehen: Warum Ihre Präsenz Vertrauen schafft. Wichtig ist, um aus Ihren Mitarbeitern Gefolgsleute zu machen und keine Söldner. Bleiben Sie weiter gesund und kommunikativ.

Herzlichst,

Ihre Friederike von Mirbach