Friederike Freifrau von Mirbach und Dr. Michael Cölle

Manager sind vom Saturn, Ingenieure vom Neptun. Sie verstehen sich nicht, sie reden aneinander vorbei. Stimmt nicht? Da hilft ein Blick in den Unternehmensalltag. Manager wollen größtmögliche Effizienz und dass der Laden läuft. Ingenieure suchen bestmögliche technische Lösungen und kennen alle Details. Im Prinzip nicht schlecht, und doch ist es Kommunikation unter erschwerten Bedingungen. Die einen haben ihr betriebswirtschaftliches Vokabular, die anderen ihre Fachsprache. Manchmal wird ein Dialog daraus, oft aber reden Manager und Ingenieure aneinander vorbei.

Missverständnisse kosten wertvolle Zeit und Geld, verbrennen Energien auf allen Seiten. In einer globalisierten Welt, die schnelle Entscheidungen erfordert, können sich Unternehmen solche Reibungsverluste nicht mehr leisten. Es wird Zeit, alle Mitarbeiter wirklich ins Gespräch zu bringen.

Es braucht Menschen, die beide Welten vereinen können. CEOs, die den Blick auf das Ganze halten, HR, die Manager und Ingenieure in die selbe Umlaufbahn bringt.

Manager reden anders. Ingenieure auch. Gut so! Bringen wir sie ins Gespräch.

Unterschiedliche Sichtweisen verändern den Blick, zwingen einen dazu, eigene Meinungen zu überdenken. Unternehmen sind messbar erfolgreicher, wenn alle Mitarbeiter in ihrer Vielschichtigkeit ihr Potenzial voll ausschöpfen können.

Nur wer alle Stärken bündelt, wer Vielfalt für sich nutzt, wird nachhaltig Erfolg haben. Das ist Diversity in seiner besten Form. Dass Unternehmen wirtschaftlich sehr viel besser performen, wenn exzellente Frauen und Männer auf Augenhöhe arbeiten, ist längst bekannt. Wer dann noch Synergien schafft zwischen Wirtschaftlichkeit und technischem Impact, hat im Wettbewerb die Nase vorn.

Wer aktiv den Austausch auf Augenhöhe sucht und nicht nur einseitiges Reporting verlangt oder abliefert, zeigt Vertrauen in die Qualifikationen des Gegenübers. Aber, seien wir ehrlich: Den Wunsch, die Sprache des anderen zu lernen, daran zu arbeiten, dass der andere einen wirklich versteht, muss man erst noch wecken. Die Einsicht, dass in der Zusammenarbeit nicht das Ich zählt, sondern das Wir. Hier sind die CEOs gefragt, hier muss HR als Vermittler auftreten und mit Managern und Ingenieure andere Formen der Kommunikation trainieren. Das ist ein Handwerk, das jeder Leader*In und Experte*In lernen und in der Praxis gewinnbringend anwenden kann.

Keiner muss alles wissen und alles verstehen. Das können auch große Führungspersönlichkeiten und Staatslenker nicht. Die lassen  sich von Minister und Ministerinnen beraten, von Staatssekretären und Expertinnen aus der Forschung. Sie stellen Fragen und bekommen Antworten, die sie verstehen und verstehen müssen. In einem Unternehmen ist das ganz genau so: Experten verschiedener Disziplinen stoßen aufeinander, tauschen sich aus und ringen um die beste Lösung – zum Wohle aller.

Die Schnittstelle zwischen Management und Technik ist in der agilen Arbeitswelt kein Gap, sondern eine riesige Chance. Gerade in diesen Zeiten, in denen es auf die Exzellenz jedes und jeder Einzelnen ankommt. Technische Expertise und betriebswirtschaftliche Exzellenz funktionieren nur zusammen und im echten Dialog machen Vielfältigkeit im Denken und Wirken Unternehmen messbar erfolgreicher.

So wird Unterschiedlichkeit nicht nicht zum Problem, sondern zum Erfolgsmodell.

Verfasst für die ORVIETO ACADEMY for Communicative Leadership – Fokus auf Synergien: „Um in einer Welt der beschleunigten, digitalen Transformation erfolgreich zu sein, brauchen Führungskräfte neue Wege der Führung & Kommunikation.“

PDF Download: Orvieto Academy – Kommunikation Manager Ingenieure